Timothys Gedanken


Autor: agentES
Titel: Timothys Gedanken
Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an Navy CIS gehören CBS, Paramount und Belisarius Productions.
Diese Fanfic wurde lediglich zum Spass geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.
Genre: Slash
Pairing: McTony
Inhalt: Das Team begegnet sich im engen Fahrstuhl.
FSK: 12 Slash



Ich spürte seinen Blick auf mir, fühlte seinen Atem, der stoßweise aus seinem halb geöffneten Mund strömte und kribbelnd über meine Wange blies. Ich hatte die Augen geschlossen, fühlte seine Lippen noch auf meinen nach, die zarte, vorsichtige Berührung, von der ich hoffte, sie ginge nie zu Ende. Wieder einmal. Ein Kuss. Der schönste Kuss in meinem Leben. Ich öffnete bewusst nicht die Augen, wollte den Moment festhalten, bevor sich die Türen des Fahrstuhls öffneten und wir zurückkehrten in die Realität, zurück in das Arbeitsleben. Stunden, die ich im Anblick meines Freundes verbringen und so tun musste, als wären wir Kollegen. Nur Kollegen. Doch Anthony war so viel mehr für mich. Er war mein Freund, mein Liebhaber, mein Seelenverwandter.


Der Fahrstuhl gab sein bekanntes `pling` von sich und so wie die Seitentüren auseinanderfuhren, entfernte sich Tonys Körper immer weiter von mir. Ein letzter Blick, eine letzte zarte Berührung unserer Finger. Ich verzog die Mundwinkel zu einem sanften Lächeln, ein Abschiedsritual, dass seit nun mehr zwei Monaten jeden Morgen über meine Lippen kam. Doch noch bevor wir heute die Kabine verlassen konnten, stürmten Gibbs und Ziva uns entgegen und drückten Tony zurück. „Toter Marin in Norfolk“, ertönte Gibbs Grummeln und ungeachtet unserer überraschten Gesichter nahm er einen großen Schluck aus seinem Kaffeebecher. Ziva unterdessen warf uns einen merkwürdigen Blick zu und musterte Tony eindringlich, der sich ertappt in die hinterste Ecke zurückgezogen und sich lässig gegen den Handlauf gelehnt hatte. Ihre Augen verformten sich zu Schlitze und sie trat auf ihn zu. Ich verfolgte jede ihrer Handlungen mit meiner perfiden Gabe eines Agenten, Leute unbemerkt und geschickt zu beobachten. Es war wie sonst auch, Ziva spielte schon immer gerne mit ihren Reizen und bis vor kurzem hatte sicherlich auch Anthony DiNozzo reinste Freude an diesem Spiel.
Ihr Kopf kam ganz nah an den meines Freundes heran und ich musste mich zügeln, die Frau nicht mit einem aggressiven Schulterrempler zur Seite zu stoßen. Ihre Finger glitten tatsächlich über sein blaues Hemd, das er heute, lässig in die Hose gesteckt, trug. Ich hatte es ihm heute Morgen ausgesucht hatte, weil das Blau mit seiner Augenfarbe einen so wundervollen Kontrast bot und das leuchtende Smaragdgrün somit traumhaft zur Geltung brachte. Ich erinnerte mich just in diesem Moment an seinen freien Oberkörper, an die Muskeln, die hervortraten, als er den weichen Stoff überstreifte.
Und jetzt? Jetzt berührte Ziva diesen Oberkörper, strich über Tonys Muskeln und sie knöpfte tatsächlich den obersten Knopf des Hemdes zu, obwohl ich bis eben vehement darauf bestanden hatte, dass Tony ihn nicht schließen sollte, weil er mir so zumindest einen kleinen Einblick bot und ich den Tag damit besser überstand. Ich kochte innerlich, denn der Anblick, wie Ziva meinen Freund mit ihren Fingerspitzen berührte, brachte mich beinahe zur Explosion. Und mit abscheulich gehässiger Vorfreude vernahm ich bereits die kleinste Bewegung von Gibbs, der zu einer seiner bekannten Kopfnüsse ausholte. Schlag fest zu, blitzten die Worte in meinem Kopf auf und ich konnte nur böse grinsen.
„He, wofür war die denn?“, erklang die erboste Stimme unserer Kollegin. „Ich lege nur Wert auf Direktor Vance Kleiderordnung“, fügte sie hinzu und kassierte gleich eine zweite Kopfnuss. Verdient, dachte ich und lachte laut auf, was mir einen bösen Blick von Gibbs und von Ziva einbrockte. Nur Tony schmunzelte, doch ich widerstand dem innerlichen Drang ihn anzusehen. Stattdessen ließ ich meinen Blick ungeniert über Ziva wandern, streifte an ihrem tadellosen Frauenkörper herab zu ihren langen, perfekten Beinen und ebenso langsam flanierten meine Augen wieder zurück. Ich musterte ausgiebig ihren kurzen Rock und ihr eng anliegendes Oberteil. Seitdem Ziva in unzähligen Momenten bemerkt hatte, dass sie nicht mehr den gleichen Eindruck auf Tony machte wie früher, er sie nicht mehr so ansah, wie er sie noch vor einem halben Jahr angesehen hatte, versuchte sie vehement und mit allen Tricks seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. Gerade sie musste also von Kleiderordnung reden. Ich schüttelte unbemerkt und kalt den Kopf. Wenn Ziva wüsste, dass Tony nicht mehr auf Frauen stand, sondern auf mich, sie würde vermutlich auf der Stelle nach Israel zurückkehren oder sich wieder in eine eiskalte Killerin verwandeln.


Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich ein weiteres Mal und Gibbs stürmte genervt davon. Ziva konnte es nicht lassen und warf mir einen erneut verachtenden Blick zu, bevor sie kurz an sich selbst herunter sah und dann mit wütendem Gesichtsausdruck ebenfalls die Kabine verließ, um dem Boss zum Truck zu folgen. Ich war wie versteinert und starrte ihr hinterher. Hoffentlich war ich nicht zu weit gegangen. Erst als ich den leichten Druck, den Tonys Hand auf meinen Rücken ausübte, bemerkte, setzte ich mich in Bewegung. Bevor er seine Hand jedoch vollends von meinem Körper nahm, strich er mir zärtlich und von den anderen unbemerkt über die Wirbelsäule nach unten und beließ seine Finger kurz auf meinem Hintern. Ein Kribbeln breitete sich in mir aus. Anthony DiNozzo gehörte zu mir und Ziva, sie sollte ab sofort keine Chance mehr bei ihm haben. Egal, welche Versuche sie auch immer starten wollte, Tony gehörte mir.
„Du bist ja eifersüchtig“, hörte ich Tony im vorbeigehen flüstern und ich saugte sein Lachen, das sich mehr als erfreut anhörte, tief in mir auf. Jetzt war ich mir sicher. Tony erwiderte meine Liebe.