SOMMERTAG


Autor: agentES
Titel: Sommertag
Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an Navy CIS gehören CBS, Paramount und Belisarius Productions.
Diese Fanfic wurde lediglich zum Spass geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.
Genre: Slash
Pairing: McTony
Inhalt: In der Hitze des Tages schweifen Tonys Gedanken ab...
FSK: 16
Anmerkung: Das hier ist mein erster Slash und ich habe mich zuvor auch nie mit diesem Pairing beschäftigt, aber irgendwie hat es aeris geschafft, mich anzustecken. Nun ja, und das musste jetzt einfach aus mir raus. Ich würde mich freuen, eure Meinung dazu zu hören.




"Sommertag"



Die Glut der Leidenschaft




Er konnte seinen Blick nicht senken. Seine Gedanken ließen sich nicht ansatzweise verbannen und konzentrieren konnte er sich schon lange nicht mehr. Mit einem Seufzen schob Anthony DiNozzo die Akte weit von sich und lehnte sich in seinem Schreibtischstuhl zurück. Die Klimaanlage des Großraumbüros lief auf Hochtouren und doch gelang es ihr nicht, die Schwüle, die sich seit Tagen wie ein Schleier auf Washington DC gelegt hatte, aus den Räumen zu verbannen. Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn des NCIS-Agenten.

Wenig später begaben sie sich aus dem klimatisierten Gebäude in die grelle Glut der asphaltierten Straßen. Ein Leichenfund im National Park zwang sie, das Navy Yard zu verlassen. Doch was sonst mit Vorfreude verbunden war, empfand das Team am heutigen Tag als tyrannisches Spiel des großen Meisters. Die Sonne brannte vom Himmel, kein einziges Wölkchen schützte vor dem wütenden, brennenden Schein. Es war heiß, und Tony wischte sich mit dem Hemdsärmel über die nasse Stirn. Einmal mehr verfluchte er die Kleiderordnung der Bundesbehörde und verwünschte das Schwarz seiner Kleidung. Am liebsten hätte er sich den Stoff in Fetzen gerissen und seinen Oberkörper entblößt. Wäre er nicht im Dienst, er hätte nicht gezögert.

Er sehnte sich nach einem Pool, gefüllt mit dem kühlen Nass, dass ihm die Erlösung bringen sollte. Er würde eintauchen, seinen Körper streifen und in seinen Augen versinken. Seine Lippen würden die seinen suchen, fest und weich zugleich. Zärtlich, beinahe federleicht würde seine Zunge über seinen Mund schweben, bis er sich öffnete und ihn einließ. Für immer, ohne Hemmungen und ohne Zweifel. Seine Finger würden über seinen muskulären Oberkörper streifen und seine Hüften fest umschließen. Er wollte ihn spüren, seine Haut an seiner fühlen und sich der Hitze hingeben, die sich nicht nur in der Luft, sondern auch im Innern seines Körpers wiederfand.

Mit Schwung stieg er in den Truck ein und setzte sich neben ihn. Seine Nähe war schier umwerfend und nur knapp widerstand er dem Drang, seine Hand auf seinen Oberschenkel zu legen. Er könnte ihn berühren, langsam über die Innenseite seines Schenkels streichen, den Mann erregen, den er so schmerzlich vermisste und ihn endlich an seinen Fingerspitzen spüren. Er könnte seinen Kopf zu ihm drehen, seinen Hals mit seiner Nasenspitze liebkosen. Er wollte seinen Arm um ihn legen, seine Nähe in sich aufsaugen und sich dem Wunsch hingeben, für immer in den liebevollen Armen zu versinken.

Die Leiche war nirgends zu sehen, dort wo man sie vermutet hatte, an jener Stelle, baumlos, schutzlos den Sonnenstrahlen ausgesetzt. So war eine Suche nötig, das Wandern durch den National Park, immer den Pfad entlang. Hintereinander. Er blickte auf seinen Rücken, ließ seinen Blick von seinem Hinterkopf abwärts wandern, bewunderte seinen durchtrainierten Po, den er unter dem weiten Stoff der Hose vermutete. Er wollte ihm näherkommen, ihn von hinten umarmen, fest an sich drücken. Ihn nie mehr loslassen.

Da lag sie, zerschunden und ausgeweitet, ein Anblick des Grauens. Er kniete vor dem Toten nieder und tat seine Arbeit, sicherte Beweise. Doch dann sah er auf. Er stand direkt vor ihm, so nah und doch so fern. Er stockte, hielt den Atem an, nur für einen kurzen Augenblick. Den Schwindel und das Herzrasen ignorierend, er blendete seine Umwelt aus. Er musste ihm näher kommen. Er musste ihn schmecken, sein Intimstes in seinem Mund aufnehmen, umschließen. Es gab kein Zurück mehr, unmöglich es weiter zu verdrängen. Nur wenige Zentimeter trennten ihn von der Erfüllung seiner Sehnsüchte.

Er spürte die Hand an seinem Kinn, fühlte wie er unweigerlich nach oben gezogen wurde. Das Gefühl der Vorfreude floss durch seinen erhitzten Körper und ließen ihn erschauern. Ein Kribbeln legte sich auf seine Haut und er gab sich ergeben dem Gefühl hin, schloss die Lider und wartete, hoffnungsvoll. Doch nur gefühllos wurde seine Stirn mit einem Tuch abgetupft und als er seine Augen öffnete, blickte er in verwirrte Männeraugen und sah das Kopfschütteln seines Kollegen. „Du verträgst die Hitze wohl nicht“, verletzende Worte von Timothy McGee hallten in seinem Kopf. Die Hoffnung zerplatzte: nie, es würde nie geschehen. Die Flammen in seinem Körper schienen nicht zu seinem Gegenüber überzugreifen, waren allein gefangen in seinen Gedanken. Einsam.

Sie kehrten zurück zum Navy Yard und die schützende Kälte legte sich auf die erhitzten Körper, ließen sie zur Ruhe kommen. Die Gedanken kühlten ab, kehrten zurück zur Wirklichkeit. Nur Tim konnte seinen Blick nicht heben, seine Gedanken drehten sich im Kreis und die Versuche sich auf die Arbeit zu konzentrieren, die vor ihm auf dem Schreibtisch lag, wurden bereits im Ansatz erstickt. Das Gefühl ließ ihn nicht mehr los, drückte schwer auf seinen Brustkorb, verunsicherte ihn vollends und ließen ihn erzittern. Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn des NCIS-Agenten und spiegelten das Verlangen in Tonys Gesicht.