"ALLE JAHRE WIEDER"
Eine neue Osterstory der Kindergarten-Agents




Blobb …. Blobb ……..blobbblobb …. Sabby drehte sich irritiert im Kreis. Woher kamen nur diese seltsamen Geräusche? Blobb … schon wieder. Bedrohend zischten kleine Geschosse durch die Luft. Instinktiv zog Sabby den Kopf ein und suchte mit ihren Augen den Garten ab. Wo war Diggs nur, wenn man ihn brauchte? Und wo waren Mia und Tali?
Auf der Treppe zur Rutschbahn entdeckte sie schließlich Tommy, doch dieser schien in eine Art Schockstarre verfallen zu sein. Es sah beinahe aus, als spiele er ‚versteinert‘, so, wie er es in der Turnstunde gelernt hatte. Dabei war er damals so miserabel langsam gewesen, dass er immer wieder verloren hatte. Inzwischen hatte er scheinbar heimlich geübt. Jedenfalls rührte sich Tommy nicht vom Fleck. Blobb.

„Iiiiiiieeeeh“, schrie Melly aus dem Sandkasten und wischte sich durch das vor Schreck ganz bleich gewordene Gesicht. Eine merkwürdige Flüssigkeit floss über ihre blonden Haare und tropfte zu Boden. Während ein Junge aus der blauen Gruppe herzhaft lachte, fing Melly hysterisch an zu weinen. Ihr Schreien hauchte Sabby eine Gänsehaut auf den Rücken.

Blobb. Etwas landete am Stamm der alten Eiche, zerschellte dort in tausend Stücke, ein Teil davon blieb kleben, der Rest fiel zu Boden. Sabby zupfte nervös an ihrem schwarzweiß gestreiftes Kleid, bevor sie all ihren Mut zusammen nahm und mit eingezogenem Kopf zu Melly eilte. Blumm. Dieses Mal hatte es die Rutsche getroffen. Mit einem Gefühl der Erleichterung erkannte sie aus dem Augenwinkel, dass es Tommy gut ging. Blobb. Am anderen Ende des Gartens krachte es.

„Bääääh, was ist das?“, schniefte das Mädchen und starrte auf ihre Hände.

„Lass mich mal gucken.“ Sabby schob die Jungs unsanft zur Seite und ließ sich vor Melly in den Sand fallen. Einmal mehr bereute sie es, ihre Lupe nicht ständig bei sich zu tragen. Aber jetzt zurück zu laufen, wäre wohl absoluter Unsinn. Nachher wurde sie auch noch getroffen. Interessiert beugte sie sich über den Blondschopf. „Das sieht ja komisch aus.“ Eine durchsichtige Masse hatte sich in Mellys Haaren verteilt, an einer Seite floss eine gelbe Spur über die Schulter. „Das sieht aus wie, … warte, wie hieß das nochmal, was Miss Smith uns gestern beim Expeliment gezeigt hat? Doller, Dommer, neee Dotter. Ja, das sieht aus wie Eigelb.“ Fasziniert klatschte das Mädchen in die Hände.

„Wie kommt Eigelb auf meinen Kopf?“, schluchzte Melly.

„Vögel legen Eier“, klugscheißerte der Junge und grinste das Mädchen blöde an. „Dir hat ein Vogel auf den Kopf geeiert.“

„Das war dann aber ein ziemlich merkwürdiger Vogel.“ Sabby biss sich auf die Unterlippe und legte den Kopf schief. „Irgendetwas stimmt hier nicht.“ Hier war etwas faul, ganz und gar und vollkommen faul. Das spürte sie in ihren Zehenspitzen, die plötzlich kribbelten.
Gerade als sie überlegte, wie sie am besten und schnellsten Diggs informieren könnte, traten Mia und Tali auf die Terrasse. Das war ihre Chance. Wenige Sekunden später gellte ein schriller Schrei über das Kindergartengelände. Das Blobben ging im Gekreische fast völlig unter.

*****




Mia war sich sicher, die erste gewesen zu sein, die losrannte. Als Sabby schrie, dauerte es nicht lange, bis sie das Ausmaß der Katastrophe wahrnahm. Der Garten war nicht nur übersät mit kaputten weißen Eierschalen. Nein, auch bunt gefärbte Eier lagen haufenweise und selbstverständlich nicht mehr heile, sondern angedetscht im noch niedrigen Gras. Tali stand dicht neben ihr und riss den Mund weit auf. Doch sie sprach zunächst nichts, sie war einfach nur sprachlos.

„Sind … sind das … sind das etwa die Ostereier?“, stammelte der Lockenkopf irgendwann und schüttelte entgeistert den Kopf. Seit Tagen waren Mia und sie damit beschäftigt, gemeinsam mit Mr. Bob, dessen Frau und den anderen Bandenmitgliedern Eier zu färben. Heimlich natürlich. Denn es gab schließlich noch eine Vielzahl Kinder unter ihnen, die an den richtigen Osterhasen glaubten. Aber nach dem Erlebnis im vergangen Jahr, waren Mia und Tali in die Machenschaften der Erwachsenen eingeweiht. Diggs und Rocky ebenso. Alle, außer Sabby, sie war damals wie auch heute, nicht von ihrem Glauben abzubringen. Und irgendwann haben die Freunde aufgehört, sie bekehren zu wollen. Sollte sie doch an den Osterhasen glauben. Auf sie wartete ein besonders großes und schönes Osternest.
Tali hatte fast eine Stunde gebraucht, um ein zerbrechliches Osterei mit kleinen schwarzen Smilies zu bemalen. Mr. Bobs Frau war leider vehement gegen die, von Sabby so geliebten Totenköpfe gewesen und letztlich hatte Tali sich, nach langen Diskussionen, auf den Kompromiss eingelassen.
Es gab für jedes Kind ein Osternest. Selbstgebastelt, selbstgekocht, selbstbemalt, leckere Schokoeier in den jeweiligen Lieblingsfarben und und und … sie halfen, wo sie nur helfen konnten. Seit Tagen! Aber jetzt schien hier jemand, ihr Lebenswerk zu Nichte machen zu wollen.

„Es kommt von da oooooooben.“ Es war Tommy, der auf der Rutsche saß und mit zittrigen Fingern auf ein Fenster in der oberen Etage zeigte. Währenddessen musste er einem erneuten Wurfgeschoss ausweichen. Nur Millimeter entfernt, rauschte es an seinem Ohr vorbei. Doch dieses Mal handelte es sich um ein kleineres Ei. Ein SCHOKOLADENEI. Jetzt hörte für Mia der Spaß auf. Das war eine bodenlose Frechheit.

Mia rannte los. Und sie war sich sicher, als erste losgerannt zu sein. Wieso war Tali plötzlich ein gutes Stück vor ihr? Mia blickte nach unten, was sie kurz darauf bereute, weil es sie zum straucheln brachte. Gerade noch konnte sie sich abfangen und so einen schlimmen Sturz vermeiden. Schnell lief sie weiter. Frustration breitete sich in ihr aus. Tali hatte ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Und dieses eine Mal konnte sie noch nicht mal ihren Sandalen die Schuld in die Schuhe schieben. Beide Mädchen trugen Turnschläppchen. Es gab also keine Ausreden mehr. Tali war einfach schneller.

*****




Diggs und Rocky saßen noch am Frühstückstisch im Kinderbistro. Vor Rocky stand eine Tasse Tee und er knabberte zaghaft an einer Scheibe Knäckebrot. Miss Smith hatte ihm einen winzig kleinen Schuss Saft in den Becher geschüttet, damit das Getränk ein wenig süßer schmeckte. Miss Smith wusste einfach, wie man Kindergesichter zum strahlen brachte. Und Rocky strahlte. Diggs hingegen nippte seit fünf Minuten wortlos an seinem Kakao, nachdem er die Salami von seinem Brot gepickt hatte, um die Wurst zu essen und das Brot heimlich wieder in seiner Brotzeitdose verschwinden zu lassen.

„Und dann sind wir am Fluss entlang spaziert und haben die Enten gefüttert. Weißt du …“ Rocky gab eine seiner Geschichten zum besten. Dass Diggs ihm nur mit einem Ohr zuhörte, störte ihn zwar ein bisschen, aber er kannte seinen Freund nicht anders. „… es gibt unterschiedliche Entenarten.“ Er seufzte und rückte seine Brille zurecht. „Sabrina würde das sicherlich mehr interessieren.“

„Mmh“, machte Diggs zum gefühlten hundertsten Mal. Doch dieses Mal verzog er das mmh ganz merkwürdig.

„Mmmhoooooh“, kam es plötzlich aus dem Jungen heraus, als er Mia und Tali an der Tür vorbeiflitzen sah. Was war da los? Urplötzlich war er hellwach, nuschelte noch ein kurzes Sorry in Richtung Rocky und stürzte von einer inneren Unruhe erfasst, hinterher.

Rocky konnte gerade noch so die Kakaotasse retten, die sonst vermutlich umgekippt wäre. Und da Diggs bereits aus der Tür lief, hätte er sich wieder um die Sauerei kümmern dürfen. Na prima, dachte er sich. Typisch! Weg ist er!
Doch insgeheim wusste er auch, was das Ganze bedeutete:
„Alle Jahre wieder – Ostern - Ärger lag in der Luft.“

*****




Als Mia auf der oberen Etage ankam, sah sie Tali bereits von weitem, wie sie sich dicht an die Wand presste und vorsichtig versuchte, um die Ecke zu lugen. ‚So schleicht man sich an, wenn man Verbrecher festnehmen möchte‘, hallte in Mias Kopf die Stimme ihres Vaters. ‚Man muss ganz vorsichtig sein.‘ So oder so ähnlich hatten es ihr Dad und Ziva damals erklärt, als diese zur Projektwoche „Was ich einmal werden will…“ hier im Kindergarten ihre Arbeit vorstellten.

Mia tat es Tali gleich. Mit einem kurzen Blick, deutete sie ihr, dass sie sich auf der anderen Seite positionieren wollte. Sie versuchte ernst zu bleiben. Aber als sie sah, wie Tali in ihrer Hosentasche kramte, eine Büroklammer herauszog und anfing sie auseinander zu biegen, musste sie trotzdem kichern. Ein wütender Blick von ihrer Freundin ließ sie allerding sofort wieder verstummen und sie presste zur Vorsicht ihre Lippen fest aufeinander. Sicher war sicher. Dann nahm sie eine rosa Haarklammer aus ihren Haaren und nickte kurz.

Gerade in dem Moment, als sie losstürmen wollten, kam Diggs angerauscht. Es war keine Zeit, sich zu wundern, woher der Junge eigentlich Bescheid wusste. Sie durften keine Sekunde mehr verstreichen lassen, das Osterbastelzimmer zu stürmen. Diggs warf sich mit einem Indianerschrei gegen die angelehnte Tür und landete unsanft auf der Schulter. Mia und Tali rannten mit ihren spitzen Utensilien hinterher, bereit, den Übeltäter zu stellen. Doch der Anblick, der sich ihnen bot, ließ sie erstarren. Das kleine Zimmer, das sonst Mr.Bob als Aufenthaltszimmer und kleines Büro diente, war leer. Niemand war mehr da. Das Fenster war weit aufgerissen und eine unangenehme Kälte drang in den Raum.

Tali fröstelte. Ob es nur an der Kälte lag? Oder an dem Chaos, das vor ihrem Auge langsam Gestalt annahm? Die geflochtenen Körbchen waren zerrissen, die ausgeblasenen Eier zerstört, die Schokoeier im ganzen Zimmer verteilt. Sogar ein paar der großen Schokoladen-Osterhasen waren zerstückelt. Und die, liebevoll aus Knet hergestellte Dekoration für die Osterfeier mit den Eltern war ebenfalls kaputt. Eigentlich war nix heile geblieben.

Diggs rappelte sich auf und hielt sich kurz die pochende Schulter. Doch der Schmerz war schnell verflogen, als auch er sah, warum die Mädchen das Zimmer stürmen wollten. Entsetzt blickte er zu Tali, die traurig den Kopf hängen ließ, sich bückte und ein weißes Ei mit merkwürdigen schwarzen Flecken aufhob. Wenn er richtig hörte, fluchte sie gerade auf Hebräisch.

Mia hingegen ließ sich auf die Knie fallen, schnappte sich ein Schokoei und entfernte das glitzernde Staniolpapier. Mit einem Happs verschwand die Schokolade in ihrem Mund. Sie brauchte jetzt dringend etwas Süßes nach diesem Schock. „Wer war das?“, schmatzte sie laut und kämpfte gegen die Tränen an, die ihr schon lange über die Wangen liefen.

Keiner antwortete. Niemand sprach. Und das schon eine lange Zeit. Es war mucksmäuschenstill im Raum. Nur Mias schmatzende Laute, nachdem sie sich ein weiteres Stück Schokolade von einem zertretenen Hasen in den Mund geschoben hatte, war zu hören.

„MIA“ Sabbys Schrei durchschnitt die Stille. Die Zöpfe wurden von dem Kopfschütteln hin und her geschleudert. Nachdem der Beschuss im Garten aufgehört hatte, waren Tommy und sie sofort hineingerannt. Im Treppenhaus trafen sie Rocky und Jonny. Jetzt standen sie alle zusammen am Tatort und betrachteten das Unglück. „Mia“, wiederholte sie aufgebracht. „Hör sofort auf, die Beweise zu futtern.“

*****




Zwei Stunden später saßen Diggs, Mia, Tali und Tommy auf dem runden Teppich der Lernwerkstatt. Das Fotobuch, das Miss Cumberland zum Abschied einer Praktikantin im Computer zusammengestellt hatte, lag aufgeschlagen vor ihnen. Darin befanden sich die Fotos aller Kinder, die zurzeit im Kindergarten waren. Tommy blätterte eine Seite weiter und betrachtete die Einzelheiten.

„Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum jemand so etwas machen sollte“, murrte Mia. „Ich meine, WARUM um Himmelswillen zerstört jemand mutwillig Osterkörbchen?“

„Und schadet sich damit auch selber“, ergänzte Tali, zuckte mit den Schultern und zog dann die Knie noch enger an ihren Körper. Seufzend stützte sie das Kinn auf den Knien ab. „Derjenige muss doch wissen, dass er jetzt vermutlich auch kein Fest kriegt.“

„Nest. Tali. Es heißt Nest. OsterNEST, das Fest feiern wir auch ohne Nest“, kam es frustriert von Mia und natürlich erntete sie dafür einen weiteren bösen Blick ihrer Freundin.

„Nest, Fest, Rest.“ Tali streckte Mia die Zunge raus. „Mia ist wie die Pest, ich will, dass sie mich in Ruhe lässt“, reimte sie wütend und verdrehte die Augen. Diese Besserwisserei ging ihr zunehmend auf den Keks.

Diggs ignorierte die Kabbelei der Mädchen und kratzte sich am Kopf. „Wenn wir rausfinden, wer es war, finden wir vielleicht auch raus, warum derjenige das gemacht hat.“

Tommy, der noch immer im Fotobuch blätterte, blieb auf einer Seite hängen. „Der Junge vom letzten Jahr wird es wohl kaum schon wieder gewesen sein, oder?“

Mia schüttelte den Kopf. „Nee, der wurde ein paar Wochen später abgemeldet.“ Automatisch griff sie sich an die Stirn. „Oh je“, jammerte sie. „Diese Beule damals tat ganz schön weh. Und `ne Narbe hab ich auch noch am Knie. Wollt ihr mal sehen?“ Sofort krempelte sie ihre Leggins nach oben.

Ohne auf Mia zu achten, rollte Tommy sich auf den Bauch und fuhr langsam mit dem Finger über die kleinen Bildchen. „Da ist er.“ Er reckte den Kopf in die Höhe. „Tali gib mir doch mal einen Stift rüber.“

Die kleine Israelin, die in der Nähe des Regals mit den Malutensilien saß, drehte sich um. Kurz überlegte sie, ob sie sich mit Mia wieder freundlicher stimmen wollte, doch dann griff sie doch nach dem grünen Stift. Sie selber fand Rosa einfach blöd. Wortlos reichte sie Tommy den Stift und beobachtete ihn anschließend dabei, wie er ein dickes Kreuz über das Foto malte.

„Der fällt also weg.“ Sein Finger strich weiter. „Daniel ist doch auch nicht mehr im Kindergarten.“ Auch da machte er ein Kreuz.

„Sehr gute Idee.“ Diggs stand auf. „Du machst so weiter. Geh alle durch. Streich raus, wer nicht mehr da ist. Dann müssen wir weniger Leute verdächtigen.“

„Ja“ Tommy kicherte. „Das ist wie ein Verbrecherdaseinsdingsbums. Das hab ich mir beim Projekt gemerkt.“

„Ich glaub das hieß Verbrecherdatenbank, Tommy, oder?“, fragte Mia kleinlaut. Der vorrausgegangene Spruch von Tali hatte gesessen. Sie wollte nicht wie die Pest sein und hatte nun ein schlechtes Gewissen auch Tommy noch zu verbessern.

„Mmh ja, kann sein“, bestätigte Tommy. „Mir meinen jedenfalls das Selbe.“

„Ist doch egal, wie der neumodische Kram heißt. Tommy kannst du dich erinnern, wer alles im Garten war, als die Eier flogen? Die können wir dann auch ausschließen. Im Kinderbistro waren nur Rocky und ich.“ Der kleine Boss der Bande stemmte die Arme in die Seite. „Okay, das schafft Tommy alleine. Mia, Tali, ihr müsst uns die Anwesenheitslisten besorgen.“

Ein Strahlen huschte über Mias Gesicht. „Na klar.“ Sofort sprang sie auf. „Nix leichter als das.“ Sie streckte Tali die Hand entgegen. „Na komm schon, meine kleine Lieblingsninja. Holen wir die Listen.“

*****




Sabby kniete auf dem Boden, als Diggs das Zimmer betrat. In der Hand hielt sie ihre neueste Errungenschaft. Eine Pinzette. Der Junge musste schmunzeln. Es sah zu niedlich aus, wie die Schwarzhaarige vor Konzentration die Zunge ein winziges Stückchen aus dem Mund streckte und überlegend den Kopf schief hielt. Ohne weitere Worte zu verlieren, trat er an ihre Seite.

„Gib mir mal das Lupenglas“, flüstere Sabby und streckte die Hand aus.

Diggs sah sich um und entdeckte wenige Meter entfernt, den Experimentierkoffer von Miss Cumberland. Der Junge grinste. „Weiß Miss Cumberland, dass du den Koffer hast?“

„Nö, ich bring ihn ja gleich zurück“, antwortete Sabby im Meckerton. „Die merkt schon nix. Außerdem bin ich ganz vorsichtig.“ Sie seufzte laut. „Gibst du mir jetzt das Glas?“

„Hier. Was hast du entdeckt?“

„Bloß ein Haar. Aber ob es tatsächlich vom Übeltäter ist, kann ich nicht sagen. Es könnte genauso gut auch von Milena sein, oder so.“ Weiterhin betrachtete sie das Haar im Glas und würdigte Diggs keines Blickes.

Das bringt uns nicht wirklich weiter, dachte sich Diggs und runzelte die Stirn. „Bist du irgendwie schlecht drauf?“

„Warum habt ihr mir nix von der geheimen Mission erzählt?“ Das Mädchen verzog den Mund zu einer Schnute. „Vielleicht hätte ich auch gerne mitgemacht. Ich kann auch gut basteln.“

Diggs beugte sich vor und küsste seine Freundin auf die Schläfe. „Sollte doch ne Überraschung für dich sein.“ Zielstrebig ging er zur Fensterbank und griff nach dem Körbchen mit den Taschentüchern, in das Tali vor wenigen Stunden vorsichtig das bemalte Osterei gebettet hatte. Er kam zurück und reichte es Sabby. „Hier, das war für dich. Tali und Mia haben stundenlang an deinem Osternest gebastelt. Sei nicht böse auf sie.“

„Ooooooh“, quieckte Sabby und fiel Diggs stürmisch um den Hals. „Das ist für mich. Oh, ist das toll.“ Beinahe hätte sie den größeren Jungen zu Boden gerissen.

„Vorsicht.“ Er schnappte nach Atem. „Saaaaabby, ich brauch Luuuuuft.“

*****




Währenddessen standen Rocky und Jonny am Basteltisch im Kreativraum. Auf dem kleinen Tischchen in der Ecke hatten sie die Knetreste sorgfältig nebeneinander platziert. Es war beinahe wie ein kleines Puzzle. Rocky seufzte. Nicht, weil er Puzzle nicht mochte, nein, er sah die Dekoration noch vor Augen. Liebevoll hatten Mia und Tali, und sogar Tommy, kleine Häschen geformt. Diese sollten dann beim gemeinsamen Osterfest mit den Eltern in der Mitte der Tischchen stehen.

„Ich hab hier noch ein Ohr“, Jonny hielt vorsichtig ein Knetstück hoch.

„Welche Farbe?“ Rocky rückte seine Brille zurecht und sah auf.

„Leicht rötlich“, antwortete Jonny. „Könnte farblich zum Hasenmädchen 3 passen.“

Der ältere Junge hielt in der Hand ein Blatt Papier, auf dem sie zuvor alle eingesammelten Knetstücke aufgemalt hatten. Er machte hinter das Ohr einen Haken. „Dann fehlt da nur noch das Stummelschwänzchen.“

„Das hier könnte ein Stummelschwänzchen sein.“ Jonny zeigte auf ein zerdrücktes Stück. Als Schwanz nicht mehr erkennbar, aber farblich übereinstimmend. „Zumindest von der Menge her.“

Rocky beugte sich über das Knetstück und betrachtete es näher. „Ich denke Jonny, dieses Stück sollten wir schnellstens unserer lieben Sabby bringen.“

*****




„Mia.“ Eilig zog Tali ihre Freundin hinter den Schrank. Das war knapp gewesen. In letzter Sekunde hatte die kleine Israeli verhindern können, dass Miss Smith sie entdeckte. Zwar hätte es keinen Ärger gegeben, aber die Gefahr, dass die Erzieherin sie doch ansprach und im schlimmsten Fall sogar zum Aufräumen verdonnerte, war allgegenwärtig. Und mit Mia im Schlepptau hätte Tali sich darüber auch nicht gewundert. Mia war nun mal ein Wirbelwind und zog Ärger magisch an. Und nicht selten hinterließ sie da, wo sie vorher war, ein kleines Chaos. Aber heute hatten sie weitaus wichtigere Dinge zu tun und Erwachsenen zeigten nur selten Verständnis für ihre Spielchen. Regungslos standen die Mädchen dicht aneinander gepresst in der Nische. Hätte sich eine der beiden auch nur einen Millimeter bewegt, wären sie mit den Nasenspitzen zusammengestoßen. Tali hielt den Atem an und sah Mia in die Augen. Erst als sie die Zimmertür in Schloss fallen hörte, senkte sie ihren Blick.

„Puh, das war knapp“, flüsterte Mia und lugte vorsichtig um die Ecke. Sie war die Erste, die sich aus dem sicheren Versteck traute. Langsam schlich sie um die Ecke. Nachdem sie sich umgesehen hatte, winkte sie Tali herbei. „Die Luft ist rein. Du kannst raus kommen.“

Tali nickte und ging zielstrebig auf den Schrank zu. „Da sind die Listen drin.“ Sie zog einen Stuhl heran, krabbelte drauf und stellte sich auf die Zehenspitzen.

„Großer Mist“, motzte Mia, die ihre Freundin dabei beobachtete. „Das ist viel zu hoch, da kommen wir doch nie dran.“ Resigniert hob sie die Schultern.

„Mmh, lass uns mal überlegen, was Diggs sagen würde.“ Tali kratzte sich überlegend mit Zeigefinger an der Stirn.

„Ich weiß es.“ Mia stöhnte bereits bei dem Gedanken, der ihr durch den Kopf schoss. „Er würde sagen, Tali steige auf Mias Schultern.“ Sie stöhnte erneut, dieses Mal noch etwas lauter. „Aber ich sage: muss das sein?“ Wiederwillig stellte sie sich direkt neben den Stuhl. „Was bringt man nicht für Opfer, also los, steig drauf.“

Das ließ Tali sich nicht zweimal sagen und ohne unnötige Zeit zu verlieren, kletterte sie auf Mias Schultern. Unter ihr stöhnte, wimmerte und jammerte es lauthals.

„Mach schnell. Biiiitteeeee. Ich, ich krieg gleich einen Krampf.“

„Ich beeil mich ja schon.“ Tali, schwer damit beschäftigt, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, öffnete die Schranktür. „Ein Stückchen weiter nach rechts.“

„Arrrgh… argh ….“

Tali verdrehte die Augen. Ein klitzekleines bisschen Mitleid hatte sie ja schon, sie versuchte vorsichtig zu sein. „Noch ein Stückchen, Mia.“ Sie versuchte ihren Arm so lang wie möglich zu machen und streckte sich.

„Argh …. Aaargh …..aaargh … ich kann …“

„Ich hab siiiiiiieeeee.“ Schlagartig verlor Tali den Boden unter den Füßen, die Blätter der Anwesenheitsliste flogen durch die Luft und nach einer gefühlten Sekunde Schwerelosigkeit im freien Fall, krachte der Lockenkopf auf Mia, die nun japsend unter ihr lag. Tali konnte sich nicht rühren. Sie spürte nur einen tiefen Schmerz in ihrem Bauch. „Aua, Mia, was ist das?“, presste sie schließlich atemlos hervor.

„Das ist bloß mein Knie, Tali.“ Mia schnappte ebenfalls nach Luft. „Könntest du jetzt bitte von mir runter gehen?“

*****




Sabby stand mit ihrem Trinkbecher am Fenster und sog die klebrige Flüssigkeit durch den Strohhalm. Im Hintergrund trällerten die Schlümpfe. Ja, sie hatte einen ungewöhnlichen Musikgeschmack und sie hasste diese normalen Kinderlieder, die Miss Cumberland immer spielte. Die waren so langweilig und ohne guten Rhythmus und in der Regel viel zu leise. Während sie mit ihrem rechten Fuß den Takt mitwippte, betrachtete sie das winzige Stück Knete, das vor ihr lag. Rocky hatte mal wieder den Nagel im Heuhaufen gefunden. Oder hieß es Nadel? Egal!, er hatte jedenfalls etwas entdeckt. Der Osterhase konnte stolz auf ihn sein.

Sabby stellte den Becher ab und griff nach einer Lupe. Die beiden Jungs hatten recht, auf der Knete war ein Muster zu erkennen. Ohne den Blick von der rosa Masse zu lösen, hantierte sie blind mit einer Hand im Regal, bis sie Papier und Bleistift gefunden hatte. Der Kleber kippte um. Die Scheren fielen raus. Aber das war dem quirligen Mädchen egal. Es herrschte hier bereits Chaos, da kam es auf diese Kleinigkeiten also nicht mehr an. Und so lange es an ihrem Arbeitsplatz ordentlich war, konnte sie die Welt um sich herum sowieso ausblenden. Alles was zählte, lag hier vor ihr. Ein kleines Stückchen Knete mit einem verschnörkelten Muster. Wenn es sich dabei tatsächlich um einen Fingerabdruck handelte, hatten sie einen stichfesten Beweis zur Überführung des Übeltäters.

Jetzt musste sie sich konzentrieren. Detailgetreu malte sie die Bogen auf das Blatt Papier. Sie durfte keinen Fehler machen. Zwar hatten sie bereits in der Vorschule das Bogen- und Schleifenmalen geübt, doch so ganz geschickt war sie damals nicht gewesen. Da hatte sie allerdings auch keine große Lust gehabt und genau das war jetzt anders. Sabby biss sich auf die Unterlippe, radierte und malte neu, zwirbelte mit der freien Hand ihren Zopf, schlürfte Unmengen von Multivitaminsaft und war vollkommen in ihrer Arbeit versunken.



NEU NEU NEU


„Autsch, nicht schon wieder.“ Tommys Stimme klang wehleidig. „Diggs, ich hab mich schon wieder am Papier geschnitten.“ Der Junge streckte den Zeigefinger in die Höhe, begutachtete ihn kurz und steckte ihn dann in den Mund, um daran zu lutschen. Das linderte den Schmerz. Seit Stunden blätterte er nun schon im Fotobuch und bereits drei Mal hatte er sich diese klitzekleinen Schnitte zugefügt, die höllisch brannten. Am liebsten hätte er ja ein kleines Tränchen verdrückt. Apropos Tränen, schoss es ihm durch den Kopf, wo blieben eigentlich Mia und Tali? Doch bevor er dem Anführer die Frage stellen konnte, bogen die beiden Mädchen um die Ecke.

„Auftrag ausgeführt“, kicherte Mia und ließ sich neben ihm auf die Knie fallen. „War gaaaaanz schön gefährlich und gaaaaaanz anstrengend. Uuuuuund ich habe Tali das Leben gerettet.“

„Du hast es wohl eher in Gefahr gebracht“, murrte Tali und setzte sich. „Aber ich gebe zu, danach hast du mich gerettet“, fügte sie widerwillig hinzu. So war Mia ruhiggestellt und sie konnten sich auf das Wesentliche konzentrieren. Schnell legte sie die Papiere in die Mitte. „Hier, das sind alle Anwesenheitslisten.“

„Na toll“, stieß Tommy hervor und starrte auf die Unterlagen. Er sah nur Kreuze, Kreise, ein paar Striche und wild zusammengefügte Buchstaben. Vermutlich die Namen. „Ich dreh durch.“ Gespielt erschöpft ließ sich das Kind nach hinten fallen und lag nun auf dem blauen Spielteppisch, die Knie angewinkelt, die Arme weit von sich gestreckt. Das Fotobuch lag quer über seinem Gesicht. „Ich hab keinen Bock mehr“, murmelte er kaum hörbar.

„Die Kleiderhaken!“ Diggs trank einen Schluck Kakao. „Mia, Tali, los!“

„Die Kleiderhaken?“ Der Blondschopf sah verwirrt von Diggs zu Tali und wieder zurück. Sie überlegte einen Moment. Dann ging ihr ein Licht auf und im selben Moment begannen ihre Augen zu strahlen. „Na klar …“ Sie tippte sich gegen die Stirn. „… an den Kleiderhaken sind die Fotos von den Kindern und darunter hat Miss Cumberland die Namen geschrieben.“

„Ja, und?“ Tali verdrehte die Augen. Was Mia hier erzählte, war nichts Neues, aber der Zusammenhang fehlte ihr noch.

„Das ist wie die eine Aufgabe von Miss Smith, wisst ihr noch? Da, wo wir die gleichen Bilder suchen mussten und die Eier mit dem gleichen Muster. Jetzt suchen wir eben die gleichen Namen. Wird ja wohl nicht sooo schwer sein.“

„So können wir die Kinder, die nicht da sind, auch aus dem Buch streichen“, fügte Tali hinzu und schnappte sich das Buch. „Wir sind schon unterwegs.“

„Das dauert aber eine Weile“, stöhnte Tommy und musste daran denken, wie lange er vorletzte Woche an dem Arbeitsblatt gesessen hatte, bis er alle gleichen Eier gefunden hatte. Er sah den Mädchen hinterher. Dann stemmte er sich hoch und stützte sich auf seinen Ellenbogen ab. „Viel Spaß euch beiden“, rief er noch, doch seine Worte kamen nicht mehr an.

„Was ist los?“, knurrte Diggs und hob die rechte Augenbraue. Mehr musste er nicht sagen.

„Ja, doch.“ Tommy seufzte. „Ich helf ihnen ja.“ Langsam setzte er sich auf, doch als er in Diggs Gesicht blickte, kam Bewegung in ihn. „Ich helf ihnen SOFORT.“ Schnell sprang er auf und rannte den anderen hinterher.

*****




Zwei Stunden später, saßen sie wieder auf dem Teppich. Das Fotobuch lag in der Mitte. Ein paar Kinder waren durchgestrichen, allerdings überwiegte immer noch die Zahl der Kinder, die für den Eierwurfanschlag in Frage kamen. Es war frustrierend. Sie alle waren müde und ausgelaugt. Mia klagte über Bauchschmerzen, weil sie das Mittagessen vor einer halben Stunde so rein geschlungen hatte, um keine unnötige Zeit zu verlieren. Tali lehnte mit geschlossenen Augen gegen den Puzzleschrank. Die Situation war beinahe aussichtslos. Deswegen wollte Diggs gerade ein paar Schokoladeneier austeilen, die er vom Tatort mitgenommen hatte. Er wusste, es war wichtig, seine Leute bei Laune zu halten. Und Schokolade munterte zumindest Mia auf, und Mia munterte in der Regel Tali auf. Und wenn die beiden munter waren, zog auch Tommy meist mit.

„Jiiiiiipppiieeeeh Yeah ….“ Sabby rannte durch das Zimmer, ließ sich auf den Boden fallen und schlidderte mehrere Meter über den frisch gebohnerten Parkettboden. Noch bevor sie zum Anhalten kam, schaute sie über die Schulter zurück, so, als vermute sie, dass Miss Cumberland aus dem Nichts auftauchen und sie schimpfen könnte. Die mochte das Rutschen nämlich überhaupt nicht. „Uups“ Das quirlige Mädchen schüttelte kurz den Kopf, zupfte seine Zöpfe zurecht und grinste in die Runde. „Ist euch langweilig?“

„Hast du was für uns?“ Diggs ließ die Eier wieder hinter seinem Rücken verschwinden.

„Jepp“, kicherte Sabby und legte den Kopf schief. „Ich hab Arbeit für euch.“

Sie krabbelte über den Boden und griff im Regal nach den Materialschälchen. Dann kam sie stolz zu ihnen zurück. „Hier Mia, du kriegst die Wirbel.“ Sie reichte ihrer Freundin ein rotes Schälchen. „Tali, du die Schleifen, Tommy die Bögen.“

Als sie die verwirrten Gesichter der Anderen sah, lächelte sie. „Moment! Bin gleich wieder da.“ Ohne weitere Erklärung rannte sie davon und kehrte wenige Sekunden später wieder zurück. In der Hand hielt sie nun die große Malmappe mit den Kunstwerken aus der letzten Bastelstunde.

Tommy verzog das Gesicht, als er sich an das Bild erinnerte. Miss Smith hatte allen Kindern die Hand mit Farbe bepinselt, die sie dann auf ein grünes Papier drücken sollten. Aus dem Abdruck durften sie dann ein Huhn gestalten. Sah eigentlich ganz lustig aus. Aber die Farbe ging hinterher immer so schwer von den Händen ab. Dann mussten sie noch zusätzlich den Daumen mit weißer Farbe anpinseln und die Hühnereier auf das Papier tippen.

Jetzt stand Sabby in der Mitte und schüttelte die Blätter heraus. Rote, gelbe, blaue Hühner zierten die Kunstwerke.

„Und jetzt?“ Mia verzog das Gesicht.

„Und jetzt …“ Sabby pfefferte die Mappe in die Ecke und zog ein zusammengerolltes Papier aus ihrer Hosentasche, strich ein paar Mal drüber, um es wieder glatt zu kriegen und hielt es dann in die Höhe. „Das ist der Fingerabdruck von unserem Übeltäter.“ Sie zeigte das Bild im Kreis herum. „Ich habe ihn in stundenlanger Kleinstarbeit von der Knete abgemalt.“ Sie drehte sich im Kreis und zeigte dann auf den Papierstapel in der Mitte. „Jetzt müssen wir ihn mit den Eiern vergleichen und dann wissen wir, wer es war.“ Sie drückte jedem eine kleine Lupe in die Hand. „Legen wir los.“

*****




„Der hier sieht irgendwie aus wie ein Eichhörnchen“, kicherte Mia wenig später und zeigte den Fingerabdruck Tali, die zwar lächelte, dann aber den Kopf schüttelte. „Du kommst auf Ideen. Sieht eher aus wie …“

„Ich hab´s, ich hab´s, ich hab´s“, unterbrach Sabby die aufkommende Diskussion. „Hier schaut, er sieht ganz genau so aus, wie der Fingerabdruck, den ich gemalt habe.“ Sofort beugten sich alle mit ihren Lupen über den Abdruck.

„Geht zurück.“ Sabby drückte ihre Freunde zur Seite und drehte das Blatt um. „Hier steht der Name unseres Täters.“

„Ich weiß auch so, wer es gemalt hat.“ Diggs hob den Zeigefinger. „Der war in meiner Malgruppe. Grünes Huhn mit blauen Federn. Es war Steven.“

„Steven?“, kam es fast gleichzeitig aus allen Mündern.

„Der Freund von Josh.“

„Somit wissen wir auch, warum er das gemacht hat“, fasste Tommy zusammen. „Er wollte Josh rächen, weil der nicht mehr in unseren Kindergarten kommen darf, nachdem er letztes Jahr Mia zu Fall gebracht hat.“

„Josh war sein einziger Spielgefährte“, ergänzte Mia. „Jetzt hat Steven gar keine Freunde mehr.“

„Nein, jetzt hat er Feinde“, knurrte Tali und biss sich auf die Unterlippe.

Mia sah ihrer Freundin in die Augen. Darin funkelte der pure Zorn. So hatte sie den Lockenkopf schon lange nicht mehr gesehen. Tali presste die Lippen fest aufeinander und ballte die Hände zu Fäusten. Keine guten Aussichten. Sie war sauer und DAS war alles andere als gut. Fast hatte Mia ein wenig Mitleid mit Steven. Aber nur ein klein wenig.

Tali sog die Luft ein und atmete langsam aus. Dann verließ sie wortlos das Zimmer…

- The End –